Skateboard-Street Weltmeisterschaft in Rio de Janeiro

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Gruppenfoto bearbeitet

Nachdem World Skate zum Jahresende 2018 erstmalig eine Weltmeisterschaft in der Disziplin Park in China/Nanjing ausgerichtet hat, gab es nun die Premiere für eine Street-Weltmeisterschaft, bei der Street League und World Skate zusammen gearbeitet haben. Der entscheidende Unterschied zu früheren SLS-Finals bestand darin, dass durch die bei World Skate organisierten Nationalen Organisationen jeweils 2 Frauen und 2 Männer für die Teilnahme nominiert werden konnten. Das führte dazu, dass neben den gesetzten SLS-Profis bei den Männern 80 weitere Skater und bei den Frauen zusätzlich 41 Skaterinnen an den Start gehen konnten. Insgesamt waren mehr als 40 Nationen am Contest beteiligt. Nicht unproblematisch bleibt dabei, dass im Quarterfinal der Männer 10 gesetzte SLS-Profis dazukamen, im Semifinal weitere 16 und 4 SLS-Profis von Beginn an im Finale der 8 Besten gesetzt waren. Bei den Frauen war es ähnlich, die besten 12 Fahrerinnen der Street League Serie waren gesetzte Fahrerinnen für das Semifinale. Insgesamt traten damit 110 Männer und 53 Frauen im Contest an, das größte Teilnehmerfeld bei einem derartigen Contest.

Aus Deutschland nahmen die Perspektivkader Lea Schairer, Denny Pham und Jost Arens teil, sowie Julia Kühne als Nachwuchskader. Wesentliches Ziel war, eine Einschätzung des aktuellen Leistungsstandes der deutschen Fahrer*innen im unmittelbaren Vergleich mit der geballten internationalen Szene zu erhalten. Mit Platz 17 und Platz 33 von 41 in der Pre-Qualifikation gelang es beiden Frauen nicht unter die 11 Plätze zu gelangen, die eine Teilnahme am Halbfinale ermöglicht hätten. Bei den Männern gelang dies Denny Pham mit Platz 5 von 80 Teilnehmern, während Jost Arens mit Platz 40 dieses Ziel verfehlte. Im Quarterfinale der besten 30 Fahrer schaffte es Denny Pham dann auf Platz 23 und verfehlte die ersten 14 Plätze, die zur Teilnahme am Semifinale berechtigten.

Hoch spannend und aufschlussreich war für die meisten der von den Nationen gemeldeten Fahrer*innen das neue olympische Contestformat kennen zu lernen, bei dem es nicht nur darum geht zwei runs zu fahren, sondern auch noch 5 Best-Tricks abzuliefern. Da aus diesen 7 Wertungen dann die vier besten Ergebnisse zusammengezählt werden, stellt dieses Format neben den sportlichen auch neue taktische Anforderungen. So ist es nicht überraschend, dass es im Finale der Männer von 8 Startern nur noch zwei Skater dabei waren, die nicht zu den gesetzten SLS-Fahrern gehörten. Ebenso war es bei den Frauen, auch hier nur zwei nicht gesetzte Fahrerinnen noch dabei.  Schaut man sich die Herkunftsländer an dominierten in beiden Finals die USA (je 3 Skater) und Brasilien (3 Männer, 4 Frauen). Als Außenseiter konnte bei den Männern Aurelien Giraud den 4. Platz erreichen, bei den Frauen die Japanerin Aori Nishimura dem Weltmeistertitel holen. Neu für Street League war auch, dass alle Finalisten erstmalig durch die Doping-Kontrolleure der WADA getestet wurden.

Neben dem Contest gab es zahlreiche Sitzungen der technischen Kommission von World Skate, bei der für uns Shiran Habekost als Mitglied dabei war. Hier wurden weitere Entscheidungen zu kommenden Wettkämpfen und der geplanten Weltrangpunktliste vorbereitet, die in Kürze vorgestellt werden.

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