Der Deutsche Rollsport- und Inline-Verband e.V (ehemals Deutscher Rollsportbund),
die Namensänderung erfolgte auf dem Bundestag am 07.03.1998 in Nürnberg, besteht aus folgenden Sportkommissionen:

· Rollkunstlauf
· Inline Fitness und Speedskating
· Rollhockey
· Inline-/Skaterhockey
· Skateboard, Inline und Alpin

Im DRIV bestehen die „Trendsportarten „ (die Inline-Disziplinen) neben den etablierten Sportarten, die auf klassischen Rollschuhen betrieben werden schon seit mehreren Jahren. Die Mitgliederzahlen des Verbandes weisen in den letzten Jahren steigende Tendenzen auf, was vornehmlich durch den Inline-Boom begründet ist (derzeitige Mitglieder im DRIV: ca. 38.000). Noch nie zuvor hat eine Sportart so viele Menschen unterschiedlichen Alters vereint – Inline-Skating ist mit seinen Ausprägungen die ideale Sportart für die ganze Familie.

Aus gesundheitlicher Sicht ist das Recreational- oder Fitness-Skating als äußerst positiv zu bewerten, da gegenüber alternativen Sportarten ein gelenkschonender Bewegungsablauf im Vordergrund steht, und eine wirkungsvolle Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems und der gesamten Muskulatur, sowie die Schulung des oft defizitären Gleichgewichtsvermögens und der Körperkoordination möglich wird.

Das Fortbewegungsmittel Inline-Skate ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken und gehört zum Straßenbild. Leider steigen mit der Zahl der Sporttreibenden – nach neuesten Schätzungen sind es deutschlandweit ca. 14 Millionen- auch die Zahl der Unfälle.

Die Erziehung zum umsichtigen Verhalten und zum eigenen Schutz, sowie zu einem partnerschaftlichen Fahrstil, der die Belange anderer Verkehrsteilnehmer erkennt und damit respektiert, soll bereits in den Schulen etabliert werden. Dem Anstieg an Konflikten zwischen Fußgängern und Inline-Skatern wird entgegengewirkt.

Weiterhin wird vorbereitet, in Zusammenarbeit mit den Kultusministerien der Länder,
Lehrerfortbildungen im Bereich Inline-Skating anzubieten (Ausbildung zum Instruktor) sowie die Unterstützung bei der Durchführung von Projekttagen mit Schwerpunkt Inline Skating vor Ort. Für den Verband ist es ein wichtiges und erstrebenswertes Ziel, die Sportart Inline Skating zu einem festen Bestandteil der Sportausbildung an den Schulen zu machen.

Ferner sollen vermehrt Kurse in Vereinen angeboten werden, um die Grundtechniken (Fahr-Brems-und Sturzverhalten) zu vermitteln. Dieses Angebot in Vereinen wird sportart-übergreifend für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene von unseren Instruktoren durchgeführt.

Das Inlineskaten ist auch im Deutschen Sportabzeichen verankert worden und hat damit den Status einer Sportart mit breitensportlichem Anspruch erhalten.

Rollkunstlauf:

Das Rollkunstlaufen vereint Eleganz und sportliche Höchstleistung und ist dem Eiskunstlaufen sehr verwandt. Besonders im Süden Europas und in den USA erreicht das Rollkunstlaufen große Popularität.
Es werden Wettbewerbe und Meisterschaften in den Kategorien Einzel, Tanz, Paarlauf und Formationslauf ausgetragen.
Der Einzellauf wird in die Bereiche Pflicht und Kür unterschieden. Starter in beiden Bereichen werden als Kombinationsläufer bezeichnet.
Im Tanzen werden zwei Pflichttänze, ein Spurenbildtanz und eine Kür gezeigt. Deutschland stellt derzeit das Weltmeisterschaftspaar.
Im Paarlaufen ist ein Kurzprogramm mit vorgeschriebenen Elementen gefordert.
Beim Formationslaufen laufen mindestens 12 und höchstens 24 Sportler gemeinsam eine Kür. In dieser Mannschaftsdisziplin sollen die Elemente, kleine Sprünge und Pirouetten, möglichst in origineller Form synchron dargeboten werden.

Rollhockey:

Rollhockey ist eine rasante Mannschaftssportart, die überwiegend auf den konventionellen Rollschuhen mit 4 parallel angeordneten Rollen betrieben wird. Inline-Skates sind seit einiger Zeit ebenfalls zugelassen.
Eine Mannschaft besteht aus vier Feldspielern und einem Torwart. Die Feldgröße beträgt 20m x 40m. Die Spielzeit beträgt zweimal 25 Minuten.
In Deutschland wird diese Sportart besonders in Nordrhein-Westfalen intensiv betrieben. Der Spielbetrieb findet in einer Bundesligaserie, sowie in mehreren Ligen statt, wobei es Damen- und Herrenligen gibt. Besonders beliebt ist das schnelle Spiel mit der harten Kugel im Süden Europas. Die deutschen Mannschaften spielen seit Jahren in der Weltspitze mit.

Inline-Skaterhockey:

Inline-Skaterhockey wird in Europa bereits seit über zehn Jahren ausgeübt und erfuhr durch die Inline-Bewegung einen enormen Aufschwung. Gespielt wird mit einem Hartgummiball (Gewicht ca. 100 Gramm) – im Gegensatz zum Inlinehockey, bei dem ein Puck verwendet wird, und das fälschlicherweise häufig mit dem Inline-Skaterhockey gleichgesetzt wird.
Streethockey ist die vereinfachte Form des Inline-Skaterhockeys und wird auf Straßen und Parkplätzen betrieben. Das Reglement erlaubt sowohl Rollschuhe als auch Inline-Skates als zulässiges Sportgerät, wobei der Anteil derer, die Inline-Skates verwenden mittlerweile über 70%, im Jugendbereich nahezu 100% beträgt. Die Spielregeln sind an die des Eishockeys angelehnt, was bedeutet, daß Körpereinsatz in begrenztem Umfang zugelassen ist. Aus diesem Grunde ist die Spielausrüstung mit der eines Eishockeyspielers identisch.

Eine Mannschaft besteht Aus vier Feldspielern und einem Torwart. Die Feldgröße beträgt 20m x 40m, alternativ bis zu maximal 30m x 61m, wobei dann fünf Feldspieler antreten dürfen. Bis zu 18 Spieler dürfen pro Spiel eingesetzt werden. Spielfelder müssen über eine kleine Bande verfügen. Außenplätze sind neben den üblichen Hallenfeldern ebenfalls zugelassen.

Derzeit spielen 5.000 Mitglieder in über 200 Vereinen in Bundesligen und Regionalligen aller Altersklassen um die Deutsche Meisterschaft.

Seit 1987 finden jährlich Europameisterschaften statt, wobei Deutschland in der Vergangenheit die erfolgreichste Nation war.

Inlinehockey:

Inlinehockey wurde 1996 im Zuge des Inline-Booms von Nordamerika nach Europa eingeführt. Es sind ausschließlich Inline-Skates als Sportgerät zugelassen. Gespielt wird mit einem Straßenpuck, der aus Gründen der Gleitfähigkeit über kleine Kugeln auf den Unterseite verfügt. In der Saison zwischen April und Oktober wird in Hallen und/oder auf Außenplätzen (jeweils mit Bande) mit einer Mindestgröße von 20m x 40m und einer Maximalgröße von 30m x 60m gespielt. Zur Mannschaft gehören vier Feldspieler sowie ein Torwart, maximal dürfen 20 Spieler pro Spiel eingesetzt werden.

Seit 1997 wird Inlinehockey vom DRIV organisiert. Innerhalb kurzer Zeit erfuhr die Sportart eine enorme Expansion, so daß derzeit über 2.000 Spieler gemeldet sind, wobei in naher Zukunft ein vielfaches an neuen Mitgliedern zu erwarten ist. 1998 wird erstmals eine Deutsche Meisterschaft ausgespielt, seit 1996 wird jährlich eine offizielle Weltmeisterschaft ausgetragen.

Speedskating:

In den letzten Jahren gewinnt das Inline-Speedskating zunehmend an Bedeutung. Es ist die Steigerung des Recreational- und Fitnessskating, was ein überragend großer Teil der Besitzer von Inline-Skates betreibt. Aufgrund der mittlerweile breiten Akzeptanz des Sportgeräts hat der Inline-Sport auch das Interesse der Industrie geweckt. Durch deren Unterstützung entwickelte sich in Deutschland eine eigene Marathonszene, die zunehmend wächst.

In Deutschlands Großstädten werden zahlreiche Marathonläufe veranstaltet, wobei auch bei den gut besuchten Lauf-Marathons mit über 15-20.000 Teilnehmern immer häufiger auch die Inline-Skater am Start sind. Eine breite Öffentlichkeit kann dadurch erreicht werden. Auf diesen Großveranstaltungen starten bereits mehrere tausend Inline-Skater, Tendenz steigend. Hier stoßen viele sportartfremde Ausdauerathleten hinzu, die die Lust am Skaten entdecken und den umfassenden Trainingseffekt schätzen.

Dagegen ist der Bahnrenn-Inline-Bereich noch relativ klein geblieben. Es gibt ca. 30 Vereine, einige davon mit nur wenigen Mitgliedern, von denen nur 4-5 Vereine die Leistungsspitze und damit eine größere Zahl von Läufern stellen. Es gibt ca. 2.500 lizenzierte Speedskater im DRIV. Noch kann niemand von dem Sport leben, aber die Entwicklung geht selbst in Deutschland hin zum Profitum. In Ländern wie den USA, Italien, Frankreich und vielen südamerikanischen Staaten ist dies bereits Realität.

Im Gegensatz zum Eisschnellauf müssen keine Einzelbahnen eingehalten werden. Es gibt auch kein kreuzen, von außen nach innen oder umgekehrt.

Speedskater gehen gemeinsam an den Start, so daß in den großen Läuferfeldern eine hohe Dynamik vorherrscht. Geprägt sind die Rennverläufe sowohl von individual- als auch von mannschaftstaktischen Maßnahmen wie Ausreiß- und Abblockversuchen, Windschattenfahren und Positionskämpfen. Bezüglich der Taktik besteht eine immanente Ähnlichkeit mit dem Radsport.

Klassische Wettkampfstrecken sind der Kurzstreckensprint (300m), der als einzige Distanz allein gegen die elektronische Zeitmessung gelaufen wird, sowie Sprintausscheidungen (500m bis 1500m), Mitteldistanzen (3000m bis 5000m) und Langstrecken (10 Kilometer bis Marathon). Bestimmte Modi klassifizieren Langstreckenrennen in Punkte- und Ausscheid-ungsrennen. Dies bedeutet, daß in bestimmten Runden die ersten Läufer eine festgelegte Punktzahl erhalten, bzw. daß in bestimmten Ausscheidungsrunden der jeweils letzte Läufer ausscheidet. Darüber hinaus werden Staffelrennen und Mannschaftszeitfahren durchgeführt.

Es finden jährlich sowohl Europa- als auch Weltmeisterschaften statt. In Deutschland wird neben den Langstreckenrennen (meist über die Marathondistanz von 42 km, aber auch Ultra-marathondistanzen von bis zu 100 km sind keine Seltenheit) auf öffentlichen Straßen auch auf ebenen, asphaltierten Rundbahnen von mindestens 150m Länge gelaufen. Das bedeutet schon seit jeher einen Nachteil gegenüber vielen anderen Nationen, die auf kurvenüberhöhten Terrazzo- oder Granitbahnen fahren. Besonders deutlich wird diese Defizit in der Kurven-technik und im Fahrverhalten auf den ungewohnten Belägen. Dennoch reiht sich Deutschland weltweit im vorderen Mittelfeld ein.

Skateboard, Inline und Alpin:

In dieser Sportkommission haben alle Inline Alpin Skater zusammen gefunden, Also vom Slalom oder Riesenslalom Skater bis zum Downhill Skater. Aber auch die Skateboarder, Inline Street und Stunt Skater gehören hier mit dazu.

Rollerderby:

Seit 2012 hat der DRIV eine eigenstaändige Sportkommission für Rollerderby. Auf Initiative der Stuttgarter Rollergirls trafen sich die Verteterinnen von zehn bundesweiten Teams im August 2012 zur Gründungsversammlung. 2014 wurde dann erstmals eine Deutsche Meisterschaft in Turnierform ausgetragen und bereits 2015 ging  eine 3-geteilte Bundesliga an den Start.

 

 

Abschließend bleibt festzustellen:

1. Allein schon aus der Tatsache, wie bereits geschildert, zwang der Inline-Boom den Verband, auch in seiner Namensgebung dieser neuen Sportart auch unter Marketing Aspekten gerecht zu werden.

2. Aktivitäten sowohl im Breitensport (Sportabzeichen) wie auch bei Großveranstaltungen und im Leistungssportbereich werden weiter entwickelt.

3. Überlegungen zur Aufnahme des Sports als Olympische Disziplin werden in höchsten Gremien angedacht. Eine Verwirklichung steht nach realistischer Einschätzung jedoch noch in den „Sternen“. Die formalen Voraussetzungen, z.B. Zustimmung der anderen Spitzenverbände, die Begrenzung der Athleten an der olympischen Teilnahme, die internationalen Voraussetzungen, sprich Mindestanzahl der Teilnehmernationen usw. müssen alle noch geklärt werden usw. usw. Eine ausführliche Information über den Stand dieser Verhandlungen und über dieses wirklich komplexe Thema, kann momentan nicht ausreichend gegeben werden.
4. Eine Schätzung über die Wachstumsraten bezüglich Verkaufs-und Absatzchancen können wir nicht abgeben. Nach den derzeitigen Aussagen der Verkaufsindustrie, ist jedoch mit weiteren Zuwächsen zu rechnen. Der Inline-Boom wird aus unserer Sicht nicht mehr als „Trendsportart“ bezeichnet werden, sondern ist zwischenzeitlich eine fest verankerte Sportart in den Vereinen und in der Gesellschaft.

5. Die Sportart Inline-Skating wird von jung und alt gleichermaßen betrieben. Eine sportartspezifische Klassifizierung, pro DSV, können wir nicht erkennen. Nicht zuletzt hat auch der DSB in Bezug auf Zuständigkeitsregelung, sämtliche Ausbildungsrechte dem DRIV übertragen – und anerkennt folglich auch nur dessen Ergebnisse aus Veranstaltungen und vorgegebene Ausbildungsverfahren durch den DRIV durch entsprechende Lizenzen.

6. Das Rollkunstlaufen ist aufgrund mangelnder Fachkenntnisse von Sportjournalisten, wie andere „schwer vermittelbare Sportarten“ auch, in der Öffentlichkeitswirkung zurückgeblieben. Die Sportart selbst wird derzeit weiter auf höchstem Level durchgeführt.

7. Probleme sehen wir bei
* der Straßenverkehrsordnung . Inline-Skater werden als Fußgänger bewertet, obwohl von der Geschwindigkeit her eher mit Radfahrern vergleichbar. Hier hängt die Gesetzgebung hinterher.

* Kommunen und Städte genehmigen derzeit (in der Regel ) nicht die Nutzung von Sporthallen (Ungeeignete Sporthallenböden) Dies bedeutet einen Stop in der Ausführung des Sports in der „Winterpause“.

* Wissenschaftliche Untersuchungen und deren Ergebnisse über den Rollwiderstand der Sporthallenböden, werden beim Bau neuer Sporthallen noch nicht entsprechend beachtet.

Positiv ist anzumerken, daß in den letzten Jahren (oft auf Druck der Öffentlichkeit) beim Bau von öffentlichen Skate-Anlagen einen großer Fortschritt gemacht wurde. Das Investitionsvolumen hat sich wesentlich gesteigert.

Weiter ist anzumerken, daß Kommunen vermehrt Strecken (3o-km-Zonen) für Inliner freigeben oder auch Fuß-und Radfahrwege speziell für Inliner ausschildern. Diese positiven

Ansätze gilt es weiter zu fördern und die öffentliche Meinung für diese Maßnahmen zu gewinnen.

Kritik über das Verhalten von Inlinern ist sehr unterschiedlich. Wir erinnern an die ersten „Tennisurteile“, als Anwohner aufgrund „Lärmbelästigungen“ die Schließung von Tennisplatzanlagen forderten und auch durchsetzten. So ist es nicht verwunderlich, daß Skate-Anlagen in bewohnten Gebieten nicht unbeding von Gemeinde/Stadtratsmehrheiten befürwortet werden. Aus diesen Erkenntnissen läßt sich verstehen – oder auch nicht, daß Skatebahnen und Anlagen von den Kommunen auf die vorhandenen Anlagen der vor Ort ansässigen Vereine verwiesen werden. Hier wiederum entstehen Konflikte in der Art, daß die vorhandenen Plätze oft begrenzt sind – und welche Sportart verzichtet zugunsten einer anderen?

Insgesamt beurteilen wir die Sportart und deren Entwicklung als äußerst positiv.

 

Die bisherigen Präsidentinnen / Präsidenten im Verband

1949 – 1953 George Homann
1953 – 1963 Wilhelm Heberer
1963 – 1969 Hans Otto
1969 – 1971 Günter Fuß
1971 – 1977 Dr. Günther Benndorf
1977 – 1985 Claus Steinberg
1985 – 1997 Hans Dieter Dahmen
1997 – 2007 Ute Villwock
seit 2007 Harro Strucksberg