Skaterhockey – Deutsche Herren gewinnen nach einem Drama die Europameisterschaft 2016 in Kroatien

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Die deutsche Inline-Skaterhockey-Nationalmannschaft hat nach einen nicht zu überbietenden Drama am Finaltag den Europameistertitel 2016 gewonnen und damit eine Woche nach dem Junioren-EM-Sieg den Total-Triumph von Deutschland in 2016 perfekt gemacht.

Vom 20.-23.10.2016 waren 8 Mannschaften aus Kroatien, Österreich, Schweiz, Dänemark, Holland, Großbritannien, Ukraine und Deutschland in der wunderschönen Stadtkongresshalle in Opatija (Kroatien) angetreten, die alle 2 Jahre ausgetragene Herren-Europameisterschaft auszutragen.

Zum Auftakt des Turniers feierte unsere Mannschaft gegen den EM-Neuling Ukraine einen 19:1-Kantersieg. Bereits im zweiten Gruppenspiel musste das Team jedoch eine überraschend deutliche 3:7-Niederlage gegen den Top-Favoriten Großbritannien einstecken und die  Männer von Nationaltrainer Manfred Schmitz schienen über das gesamte Spiel immer einen Schritt langsamer zu sein als der Gegner. Im abschließenden Vorrundenspiel folgte ein deutliches 9:1 gegen die Niederlande. Mit diesem Erfolg hatte sich die deutsche Mannschaft für die Zwischenrunde der besten Vier qualifiziert und damit die Chance gesichert, direkt ins Halbfinale zu springen. Doch das Team verpasste den dafür notwendigen zweiten Gruppenplatz, weil die Spiele gegen Dänemark (2:3) und die Schweiz (0:2) verloren gingen. Beim Spiel gegen Dänemark konnten die Dänen früh in Führung gehen, dem deutschen Team gelang in Überzahl der Ausgleich nach einer schönen Kombination. In der zweiten Hälfte gingen die Dänen wieder in Führung. Auch diese glichen unsere Herren wieder aus. Im Laufe der Partie drängte unser Team mit aller Macht auf den Siegtreffer. Leider vernachlässigte man dabei einmal die Defensivarbeit, die daraus resultierende Break Chance nutzten die Dänen zum Siegtreffer. Trainer Schmitz versuchte nochmal ohne Torwart und mit fünf Feldspielern das Ergebnis zu drehen. Dies sollte nicht mehr gelingen. Bei der Niederlage gegen die Schweiz erzielten die Eidgenossen nach 48 Sekunden nach einem kapitalen Fehlpass das erste Tor und so mussten unsere Herren wieder einem Rückstand hinterherlaufen. Trotz etlicher Versuche gelang den Schmitz Mannen kein Treffer mehr und kurz vor Spielende erhöhten die Schweizer auf den Endstand von 0:2.

Im nötigen Qualifikationsspiel zum Einzug in das Halbfinale ging es erneut gegen die Niederlande – diesmal wurde es beim 11:1 aber eine klare Angelegenheit.

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Wurde für 50 Länderspiele geehrt: Kölns David Weisheit (l.), zusammen mit Manager Stefan Brütt (m.) und dem Sportkommissions- und ISHD-Vorsitzender Ingo Goerke (r.), beim Spiel Deutschland gegen die Schweiz.

Sonntagmittag stand dann das Halbfinalspiel gegen die bis dahin überragenden und ungeschlagenen Briten an. Hinter den Kulissen wurde in der Nacht zuvor fieberhaft gearbeitet. Der mitgebrachte Arzt musste Schwerstarbeit leisten und Adduktorenverletzungen mehrerer Spieler versorgen. Die zwei mitgereisten Physiotherapeuten haben bis spät in die Nacht die Spieler ausführlich behandelt. Und die Trainer haben in vielen Einzelgesprächen die Spieler mental aufgebaut und auch die Mannschaft komplett umgestellt.

In der ersten Halbzeit des Halbfinales führten die Briten schnell mit 2:0 und jeder dachte, dass das Spiel gelaufen ist. Als die Deutschen jedoch durch Fettinger den 1:2 Anschlusstreffer erzielten, ging ein Ruck durch die Mannschaft und die Deutschen gewannen auf einmal jeden Zweikampf und zeigten einen unbändigen Einsatz und Kampf. Die bis dahin im ganzen Turnier überlegenen Briten verloren völlig den Faden, spätestens als Deutschland durch Esser zum 2:2 in der Schlußminute der 1. Halbzeit ausglich. In der 2. Halbzeit waren die Deutsche die bessere Mannschaft, kassierten jedoch nach einer umstrittenen Strafzeit in Unterzahl das 2:3. Aber an diesem Sonntag kämpfte unsere Mannschaft weiter und erzielte kurz vor Ende durch Robin Weisheit den viel umjubelten Ausgleich. Es ging in die Verlängerung und nachdem dort auch kein Tor mehr fiel, in das entscheidende Penaltyschießen und das erste der deutschen Mannschaft in ihrer EM-Geschichte. Nachdem es nach jeweils vier Schützen 5:5 (deutsche Tore durch Miller und Bruch) stand, musste der letzte Penalty entscheiden. Nachdem der deutsche Torwart Mohr mit einem Hechtsprung den Penalty des besten Briten abwehrte, trat Robin Weisheit für Deutschland an. Als alle dachten, der Ball wäre vertändelt, machte der Spieler zwei Körpertäuschungen und schob den Ball dem verdutzten Torwart durch die Beine zum viel umjubelten 6:5 Siegtreffer und den Einzug in das Finale gegen die Mannschaft der Schweiz.

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Im Finale vor 1.000 begeisterten Zuschauern gab es dann den erwarteten Schlagabtausch der beiden Dauerrivalen Deutschland und Schweiz. Die Deutschen führten nach dem 1. Drittel durch Nies mit 1:0 und waren nach dem zweiten Tor durch Robin Weisheit schon auf der Siegerstraße. Doch bei zweimal Überzahl glich die Schweiz im 2. Drittel zum 2:2 aus. Das Spiel wog nun hin- und her und neben herausragenden Torwartleistungen auf beiden Seiten gab es mehrere Pfosten- und Lattentreffer. Deutschland erzielte durch Robin Weisheit 5 Minuten vor Spielende das 3:2. In der Schlußminute erzielte die Schweiz aber in Überzahl den verdienten Ausgleich und nachdem in der anschließenden Verlängerung kein Tor fiel, musst erstmals ein Penaltyschießen über den neuen Europameister entscheiden. Für die Deutschen bedeutete das nach 20 Jahren EM-Geschichte erst das zweite Penaltyschießen und das innerhalb weniger Stunden. Miller brachte Deutschland in Führung und danach wehrten beide Torhüter alle Schüsse ab, bis der letzte Schweizer antrat. Er hatten den deutschen Torwart schon ausgespielt und den Ball auf das Tor geschlenzt, als der deutsche Torwart mit der Stockhand irgendwie den Ball noch erwischen und über das Tor lenken konnte. Was danach folgte, war unbeschreiblicher Jubel und grenzenlose Freude bei Spielern und Offiziellen. Bis 5 Uhr morgens wurde der Sieg dann ausgiebig gefeiert und die vormittägliche Busfahrt zum Flughafen nach Zagreb war die ruhigste Busfahrt aller Zeiten mit über 30 glücklich schlafenden Deutschen.

Wir gratulieren neben den Junioren nun auch den Herren zu diesem großen Erfolg und die anderen Nationen in Europa haben mit viel Respekt anerkannt, dass Deutschland wieder die Nr. 1 im Inline-Skaterhockey in Europa ist.

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